Dr. Christina Lohr

Zur unterschätzten Rolle von Körper und Leiblichkeit für Persönlichkeitsentwicklung und soziales Miteinander


Der Aufbau von Selbstwert startet mit dem Selbstgewahrsein, also der Fähigkeit seinen Körper als zu sich gehörig und an einem bestimmten Ort im Raum verankert zu spüren (Blanke et al, 2015). Dieses Grundgefühl entsteht, wenn Informationen innerhalb des sogenannten „Peripersonalen Raums“ verarbeitet werden. Dieser Raum, der sich ca. in Armreichweite um den Körper erstreckt, hat dabei vor allem zwei Aufgaben. Er dient als Schutzraum vor Gefahren und als Informationsquelle. Neuerdings halten wir mit dem Smartphone nicht nur eine zusätzliche unerschöpfliche Informationsquelle und die Möglichkeit uns mit anderen verbunden zu fühlen in der Hand sondern auch das Tor zu ständigen Bedrohungen von außen. Oft unbemerkt und viel zu schnell kann unsere Schutzraum damit überfüllt und voller Gefahren sein. Die kreative Arbeit mit allen Sinnen im realen Raum und die aktive Auseinandersetzung damit, was ich in meinen (Schutz)Raum lasse und was nicht, sind unersetzlich für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung und damit bedeutsam für Bildung und Erziehung.